DAS OLYMPISCHE SPORTFECHTEN

Dynamik, Ästhetik, Vielfältigkeit – nur wenige Sportarten verbinden diese Eigenschaften so konsequent wie Fechten. Den Athleten wird taktisches Verständnis, körperliche Fitness, präzises und schnelles Handeln abverlangt. Für die Akteure ist das Duell auf der Planche eine Probe für Geist und Körper, für die Zuschauer pure Faszination, wenn Eleganz und fließende Bewegungen die Kraftanstrengungen vergessen lassen.

Fechten stellt die Kämpfer vor große Herausforderungen. Es ist ein permanentes Abwägen zwischen vielschichten Anforderungen und eigenen Handlungsoptionen. Abwarten, Ausweichen, zustoßen. Jede noch so kleine Unachtsamkeit wird gnadenlos vom Gegner bestraft. Ein Wechselspiel, das hohe Konzentration erfordert, ebenso wie Schnelligkeit und Entscheidungskraft im richtigen Moment. Fechten ist eine gelungene Verbindung von Tradition und Moderne.

Fechten ist für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeignet; ungefähr die Hälfte unserer jugendlichen Fechter sind Mädchen. Auch ist Fechten ist kein besonders teurer Sport: benötigt wird anfangs nur normale Sportbekleidung, insbesondere Hallenschuhe. Die notwendige Fecht-Ausrüstung wird im Anfängerkurs gestellt. Und: Fechten ist kein gefährlicher Sport. Moderne Sicherheitsbekleidung verhindert Verletzungen.

TURNIERREIFEPRÜFUNG

Alle Fechter die Turniere fechten möchten, müssen eine Turnierreifeprüfung ablegen. Dies geschieht, am Ende der Anfängerausbildung, in der Altersklasse Schüler (U13). Alle Fechter die später mit dem Fechtsport beginnen, legen diese Prüfung nach ihrer Anfängerausbildung ab. Die Turnierreifeprüfung besteht aus einem theoretischem und einem praktischen Teil.

FECHTMATERIAL

Es gibt spezielle Fechtkleidung, die vor Verletzungen schützt und es ist verpflichtend diese zu tragen, da sonst ein Teilnehmen an Turnieren oder im Training nicht gestattet ist. Die Kleidung muss eine Mindeststoßkraft von 800 N aushalten. Meist besteht die Fechtkleidung aus dehnbarem Material, wie Baumwolle und Nylon. Jeder Fechter muss eine Unterziehweste, Jacke, Fechthose, Fechtsocken, Handschuh und Maske tragen. Zudem kommt noch die Elektroweste, welche Treffer an den Melder weiterleiten und im Säbel- und Florettfechten gebraucht wird. Die meisten der weiblichen Fechter besitzen einen Brustschutz.

FECHTAKTIONEN

Beim Fechten gibt es verschiedene Aktionen im Angriff und in der Verteidigung: Die Parade ist hauptsächlich eine Verteidigungsaktion und verhindert den Angriffstreffer des Gegners. Eine Parade kann man wiederum in zwei Arten unterteilen. Mit der Körperparade verhindert man den Treffer durch die Waffe des Gegners berührt zu werden. Bei der Parade mit der Waffe wartet man auf den Stoß/Hieb des Gegners, schützt sich dann aber mit der eignen Waffe und wehrt den Hieb des Gegners ab. Nach der Parade erfolgt dann wieder der Gegenangriff, den man auch Riposte nennt. Der eigentliche Angriff ist eine Iniative des Fechters mit Vorwärtsbewegungen. Im Angriff kann man sie sogenannte Finte, eine Täuschung, durchführen. Man täuscht z.B. den Treffer auf den Kopf an, schlägt dann aber auf den Bauch.

TURNIERMODUS

Bei Turnieren werden immer erst Runden gefochten. Alle Fechter werden nach der deutschen Rangliste in Runden verteilt. In diesen Runden ficht man auf 5 Treffer und jeder gegen jeden. Nach den Runden müssen 20 % der gesamten Teilnehmer ausscheiden. Es folgt die Direktausscheidung, in der auf 15 Treffer gefochten wird. Man ficht solange in der Direktausscheidung, bis man ein Gefecht verliert. Danach ist für diesen Sportler das Turnier zu Ende.

Allerdings gibt es neben der Direktausscheidung bei manchem Turnieren noch einen Hoffnungslauf d.h., wenn man ein Gefecht in der Direktausscheidung verloren hat, kommt man in den Hoffnungslauf und ficht dort mit dem Ziel ins Finale zu kommen weiter. Wird auch im Hoffnungslauf ein Gefecht verloren, ist das Turnier beendet. Je nach erreichtem Rang und der Art des Turnieres (national oder international) gibt es Punkte auf der deutschen oder internationalen Rangliste. Die Ranglisten zeigen die Fechter und deren erreichte Punkte bei verschiedenen Turnieren.